Registerstudie
Einfache Erklärung
Eine Registerstudie nutzt bereits vorhandene Patientendaten aus Registern oder Datenbanken, um Fragen zu Langzeitwirkungen oder seltenen Ereignissen zu beantworten.
Fachliche Details
Registerstudien sind Beobachtungsstudien, die auf bereits existierenden Patientendatenbanken (Registern) basieren. Sie ermöglichen die Untersuchung großer Patientenzahlen über lange Zeiträume ohne die Kosten und logistischen Herausforderungen prospektiver Studien. Register können krankheitsspezifisch (z.B. Krebs-, Herzinfarkt-Register), medikamentenspezifisch oder populationsbasiert sein. Registerstudien eignen sich besonders für die Untersuchung von Langzeiteffekten, seltenen Nebenwirkungen, Versorgungsqualität oder Real-World-Evidence. Ihre Stärken sind große Fallzahlen, lange Nachbeobachtung und hohe externe Validität. Schwächen sind unvollständige oder qualitativ variable Daten, fehlende Randomisierung und mögliche Confounding-Faktoren. Registerstudien werden zunehmend für Post-Marketing-Surveillance und Health Technology Assessment verwendet.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was sind die Vorteile von Registerstudien?
Große Patientenzahlen, lange Nachbeobachtung, niedrige Kosten und hohe Realitätsnähe.
Können Registerstudien RCTs ersetzen?
Nein, aber sie ergänzen RCTs durch Real-World-Daten und Langzeit-Sicherheitsinformationen.
Wie zuverlässig sind Registerdaten?
Das variiert stark - moderne Register haben oft hohe Qualitätsstandards, ältere können Lücken haben.